Von Lima nach Nazca: Aus der Großstadt in die Wüste

Dass die Großstadt Lima mit um die acht Millionen Einwohnern nicht Peru ist, vor allem nicht das Touristenviertel Miraflores, haben wir uns schon gedacht und unser Tourguide in Nazca wies uns nochmal darauf hin. In Lima haben wir vier Nächte verbracht und uns im Backpacker Hostel Kokopelli ganz wohl gefühlt. Wir hatten uns nicht allzu viel Programm vorgenommen und haben die Tage mit Spaziergängen durch Miraflores, Barranco und die Altstadt verbracht.

Das Viertel Barranco hat uns überraschend gut gefallen. Auch die Altstadt ist einen Besuch Wert. Die Weihnachtsdekoration und der Kitsch in den Geschäften wirkt irgendwie fehl am Platz, es ist schließlich mein erstes Weihnachten im Sommer.

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Am Sonntagmorgen ging es dann früh los mit dem Bus nach Nazca. Acht Stunden dauerte die Fahrt und war wieder eine Erfahrung in sich. Die gehobeneren Busgesellschaften wie Cruz del Sol haben sehr komfortable Busse: Bequeme Sitze, Fußablage, Getränke und Snacks an Board, Decken und Kissen und Filme. Vor dem Einsteigen gab es einen Gepäck-Check-In und einen kurzen Sicherheitscheck.

Die Fahrt ging durch Paracas und Ica und dazwischen auch lange durch Orte und Landschaften, bei deren Anblick uns etwas mulmig wurde. Ganze Städte, die sich als eine Art Slums bezeichnen lassen: Backsteine, Betonwände und Stoffe, die zu Wohnraum zusammengebastelt waren, Müll auf den Dächern und staubiger Sandboden. Es ist mit unseren gewohnten Standards im Kopf schwer zu urteilen, wie das Leben für die vielen Menschen dort ist. Vor manchen Behausungen stehen Autos, es gibt modern aussehende Bankgebäude und Tankstellen zwischendurch und kleine Cafes und Imbisse. Trotzdem wirken sie heruntergekommen, grau und mitten im Nirgendwo.

Wir wurden außerdem Zeugen der Überreste eines Busunfalls am Straßenrand. Zwei Busse waren ineinander gekracht und völlig aufgerissen. Die Busfahrer vieler Firmen fahren teilweise die langen Wege alleine und am Stück, das sind dann oft mal 15 Stunden. Busse wie unserer von Cruz del Sol haben grundsätzlich zwei Fahrer an Board und werden regelmäßig geprüft. Hier ist es also dringend ratsam, die gehobenere Touri-Variante zu wählen.

Angekommen in Nazca wehte uns beim Ausstieg heiße Luft entgegen und wir kamen mit dem Backpack auf dem Rücken und dem Tagesrucksack vorne vorm Bauch direkt ins Schwitzen. Nazca ist vor allem für die sogenannten Nazca-Linien bekannt, im Wüstenboden erkennbare Linien und bis zu mehreren 100 Meter lange Figuren, die der Forschung zufolge bereits zwischen 800 und 200 v. Chr. zur Zeit der Paracas entstanden sind. Bekannt wurden sie unter anderem durch die Arbeit von Maria Reiche, eine Deutsche, die bis zu ihrem Lebensende zu den Nazca-Linien forschte.

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Um die Linien und Figuren in voller Größe sehen zu können, werden Flüge über die Nazca-Linien angeboten. Wir haben uns allerdings dagegen entschieden und stattdessen in unserem Hostel Buen Pastor eine Tour zu den zwei Türmen, von denen aus man auch einige Figuren sehen kann und in das Maria Reiche Museum gebucht. Letztendlich war das eine gute Entscheidung, denn da wir die Einzigen waren, hatten wir also eine private Tour mit einem einheimischen Tourguide aus Nazca. Er hat uns während den drei Stunden alles erzählt, was er über die Nazca-Linien, die Kultur der Paracas und der Nazca weiß und wir haben interessante Gespräche geführt.

Nicht nur die Figuren in der Wüste, sondern auch die Wüste selbst mit ihren Weiten, den Anden im Hintergrund, durchkreuzt von der Panamericana (Pan-American Highway) ist ein beeindruckender Anblick. Sie ist Teil der Atacamawüste, die, wie unser Guide uns erklärt, die trockenste Wüste der Welt ist; es regnet nur bis zu drei Stunden pro Jahr.

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Abends ging es dann mit dem Nachtbus 10 Stunden lang weiter hoch in die Anden auf 2300 Meter; nach Arequipa.

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Ein Gedanke zu “Von Lima nach Nazca: Aus der Großstadt in die Wüste

  1. Das ist toll wie Du schreibst und das du schreibst. Hier kriegt das Schreiben ein für mich neue Dimension von teilen. DANKE!
    Liebe Grüße
    Andrea

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